Freitag, 28.02.2020


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Feuchter Familienfest 2010 (18.09.10)
Nachbericht der Tageszeitung "Der Bote" (20.09.10)
Von Klassik, Formel 1 und Feuerwerk


FEUCHT.Es war die angekündigte Mischung aus Unterhaltung, Information, Spiel, Spaß und Musik: Das Feuchter Familienfest lockte Jung und Alt in die Geschäfte und an die Stände entlang der Haupt- und der Pfinzingstraße. Am Abend waren nur zufriedene, aber auch geschaffte Gesichter zu sehen.
Schon um 10 Uhr wollten sich die ersten Besucher beim Bücherflohmarkt vor der Gemeindebücherei mit Lesestoff eindecken. Aber erst eine halbe Stunde später konnte es losgehen, nachdem die alte Waage aus einer Metzgerei eingetroffen war. Ein Kilo Bücher oder Videos für einen Euro bot das Bücherei-Team an. Teile des Bestands hatten die Mitarbeiterinnen im Vorfeld in etwa 80 Kisten gepackt und füllten daraus die Warentische immer wieder auf. Die Nachfrage war groß. Zuletzt hatte die Bücherei vor sechs Jahren anlässlich der EDV-Umstellung einen solchen Flohmarkt veranstaltet.

Nächster Höhepunkt war das Konzert des Gabrielli-Quartetts um 12 Uhr im Barockgarten. Die klassischen Klänge lockten etliche Zuhörer in das passende Freiluft-Ambiente. Der teils kühle Wind machte eher den Musikern zu schaffen, die ihre Noten mit Wäscheklammern bändigen mussten. Bedenken im Vorfeld, es könnte im Umfeld zu laut sein, bestätigten sich nicht. Musik ganz anderer Art machte Dr. Musikus in der Hauptstraße vor der katholischen Kirche. Der Karlsruher hatte im Internet vom Feuchter Familienfest gelesen und sich um Auftritte beworben. Die Verpflichtung des größten Ein-Mann-Orchesters der Welt lohnte sich: Dr. Musikus sang nicht nur, da rauchte es auch, Flammen stiegen nach oben, und mancher Zuschauer wurde ein bisschen nassgespritzt. Das Publikum rätselte, wie er so schnell im Kreis herumrasen konnte, und begleitete sein Späße mit Kindern, aber auch Senioren, mit viel Gelächter.
Premiere hatte auch ein Formel 1-Simulator, an dem sich schnell eine Warteschlange bildete. Wer ein paar Runden im Renntempo drehte, stellte oft schnell fest, wie leicht man dabei aus der Kurve fliegen kann. Etwas Geduld war auch bei der Hebebühne in der Pfinzingstraße gefragt. Nach der Fahrt nach oben hatte man einen Blick aus 28 Metern Höhe über das Zentrum Feuchts.

Erstmals beteiligte sich die Polizeiinspektion Feucht am Familienfest. Dabei ging es eigentlich um Alles rund ums Fahrrad. Die Besucher ließen sich von den Beamten über Helme und Diebstahlsicherung aufklären. Manche nutzten die Gelegenheit, ihre Raddaten gleich in einer polizeilichen Halterdatei registrieren zu lassen. Doch die Gesprächsthemen waren wesentlich vielfältiger. Ganz unterschiedliche Anliegen und Wünsche an die Polizei wurden vorgebracht, erzählte der Leiter der Feuchter Polizei, Johann Diepold, der mit der Resonanz auf den Infostand sehr zufrieden war. Mehr los als im Vorjahr war auf dem Raiffeisenplatz, der eher am Rande des Familienfestes liegt. Doch die Musik der Silverband lockte an, meinte Vorstandsvorsitzender Manfred Göhring. Wer sich mit Essen und Getränken gestärkt hatte, konnte seine Schussstärke mit dem Fußball testen. Vor allem die Jüngeren zog es zum Kletterturm des DAV Sektion Feucht.

Gerade für Kinder und Jugendliche war das Angebot groß: Sie ließen sich schminken, nahmen an Malwettbewerben teil, fuhren mit den Mini-Eisenbahnen oder der Schiffschaukel. Leider eher mäßig war der Besuch bei der Lesung aus dem neuen Buch von Cornelia Funke. René Zander, der zuvor auch Zauberkunststücke gezeigt hatte, trug aus Reckless vor. Die Erwachsenen konnten sich an mehreren Ständen über Energiesparmöglichkeiten informieren, gesunde und biodynamische Lebensmittel probieren, sich die neuesten Modelle im Modebereich, Autos und Motorroller ansehen. Auffallend war, dass mehrere Vereine das Familienfest des Arbeitskreises Feuchter Gewerbe als Plattform nutzten: Die Bürgerinitiative informierte über ihre Bedenken gegen die geplante Park- und WC-Anlage an der A 6 bei Moosbach, der Fahrdienst der Rheumaliga und die Zeidlerschützen stellten sich vor. Der Markt Feucht war mit dem Team des Bürgerbüros, das seit zehn Jahren besteht, dem Ortsmarketingbeirat und den Feuchter Gemeindewerken präsent.

Im Vergleich zum Vorjahr, als die spätsommerlichen Temperaturen dazu einluden, längere Zeit im Freien sitzen zu bleiben, gestalteten die meisten heuer ihren Besuch kompakter. Nach etwas schleppendem Beginn zur Mittagszeit wurde es erst gegen 15 Uhr richtig voll. Viele kehrten dann noch in die umliegende Gastronomie ein, um kurz vor 20 Uhr zum Feuerwerk zu marschieren. Die Bilanz der Teilnehmer fiel positiv aus, stellte 1. AFG-Vorsitzender Alexander Hommel fest. Insgesamt dürften es nicht weniger Besucher als 2009 gewesen sein. Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden, so Hommel. Für die Geschäftsleute war es ein langer Tag: Sie öffneten zu den übliche Zeiten am Samstag und schlossen erst um 18 Uhr. Dann standen für die meisten noch Aufräum- und Abbauarbeiten an – der Zulauf an Besuchern dürfte das aber wert gewesen sein.

Als Höhepunkt und Abschluss des Familienfestes fand auf der Wiese an der Altdorfer Straße ein Musikfeuerwerk statt. Unzählige Raketen stiegen auf und zauberten Farbenspiele in den dunklen Himmel, bewundernd verfolgt von mehreren tausend Menschen. Was für die Zuschauer ein sehenswertes Spektakel war, bedeutete für die vier teilnehmenden Teams einen spannenden Wettbewerb, bei dem nicht alles wie gewünscht klappte.
Nach der Premiere im vergangenen Jahr auf dem Kirchweihplatz wechselte man auf Wunsch von Organisator Heiko Röder von der gleichnamigen Feuerwerksfirma auf die größere Wiese an der Altdorfer Straße. Entlang des Bahndamms sowie an und auf der Straße versammelten sich schon vor 20 Uhr die Scharen an Zuschauern. Sie standen auch auf der Fahrbahn, die in diesem Abschnitt aus Sicherheitsgründen gesperrt werden musste. Im Vergleich zum Vorjahr hatten die meisten nun wesentlich bessere Sicht und standen nicht so dicht gedrängt. Der Nachteil: Die Lautsprechertürme waren in Richtung Bahndamm ausgerichtet. Die Zuschauer an der Altdorfer Straße verstanden die Ankündigungen und Durchsagen nicht. Die Musik, zu der die Teams passend ihre Feuerwerk-Kreationen gestaltet hatten, war gerade beim ersten Teil nur in Bruchstücken zu hören. Die nicht zu verstehende Vorstellung der Teilnehmer und letzte Kontrollgänge um die vorbereiteten Raketenbatterien sorgten für eine längere Wartezeit, die vor allem das Publikum auf der Straßenseite auf die Geduld stellte. Die meisten waren ausgerüstet mit dicken Jacken und erstmals wieder Winterschuhen – da ließ sich diese Phase aushalten. Das, was dann folgte, war wirklich sehenswert. Immer wieder löste das Raketen-Spektakel ungläubiges Kopfschütteln aus.

Für Kopfschütteln und Frust sorgte sicherlich eine defekte Abbrennbatterie beim Team Knall & Ball. Diese Panne verdarb seine Vorführung. Die Zwangspause ließ die Zuschauer rätseln, ob das Feuerwerk jetzt schon zu Ende ist. Viele verließen daraufhin zögernd das Areal. Wer blieb, bekam während der Jury-Beratung fünf Raketenbatterien zu sehen, die neu im Handel zu erwerben sind. Außerdem wurde später das restliche Material von Knall & Ball abgebrannt – als spanisches Feuerwerk, bei dem die Musik nur als Hintergrund läuft, aber auf die keine Choreographie mehr ausgerichtet ist. Der Defekt bedeutete für das Team, das extra aus Norddeutschland angereist war, den vierten Rang. Den Sieg sicherte sich der Vorjahreszweite Porta Pyros aus Berlin vor dem Titelverteidiger Tears of Fire und den Berliner Feuertöpfen. Die Erstplatzierten hatten die dritte Darbietung kreiert.

Den gesamten Familienfesttag hatte der Arbeitskreis Feuchter Gewerbe organisiert. Dessen 1. Vorsitzender Alexander Hommel schätzte die Besucherzahl beim Feuerwerk auf rund 5000 Menschen. Mit dem Ablauf war er zufrieden, bei einer Wiederholung im kommenden Jahr werde es aber ein paar Verbesserungen geben, kündigte er an. So sollen unter anderem weitere Lautsprecher zur Straßenseite ausgerichtet werden.


Martina Rüsing
Der Bote
20. September 2010

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