Samstag, 26.09.2020


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3. Feuchter Zeidlermarkt (05.05.13)
Pressebericht der Tageszeitung "Der Bote" (06.05.13)
Zeidlermarkt 2013

Mittelalterliches Flair in Feucht


Fabelhafte Kostüme aus einer anderen Welt konnten die Besucher auf dem Mittelaltermarkt bewundern. Darunter auch Imker im mittelalterlichem Zeidlergewand. Eine Reise zurück ins Mittelalter unternahmen gestern 8000 Besucher beim Zeidlerfest in Feucht. Sie nutzten den Sonntag für einen Ausflug zu Rittern, Soldatenlagern und Burgfräuleins.

Mit viel Elan schlüpft der 14-Jährige in das dick gefütterte Wams. Danach zieht er sich mit tatkräftiger Unterstützung der umstehenden Rittersleut' ein Kettenhemd über den Kopf. Als dritte Schicht fehlt noch die Panzerbrigantine. Tapfer zieht sich der Jugendliche auch Handschuhe über, Schienbeinschützer aus Metall und einen Helm, der nicht so recht sitzen mag und immer über die Augen rutscht. "Uff!" Die Rüstung ist bei sommerlichen Temperaturen nicht nur heiß, sondern auch schwer.

"Bis zu 35 Kilo kann die Kleidung wiegen", erklärt Sebastian Schröder, Mitglied des Fränkischen Ritterhaufens. Er und der Rest des Haufens haben sich ein Lager am Sparkassenplatz in der Ortsmitte errichtet. Unter dem Motto "Rüstung für alle" können sich hier Schaulustige in das ritterliche Gewand zwängen. "Das ist unsere Kampfausrüstung", sagt Schröder. Großzügig verleihen die Rittersleute sie heute an das gewöhnliche Volk.

Mittendrin im Mittelalter statt nur dabei, das war es was die Massen in die Zeidlergemeinde trieb. Bei Sonnenschein waren viele mit dem Fahrrad gekommen, um eine kleine Zeitreise anzutreten. Ganze Heerscharen in mittelalterlichen Kostümen galt es zu bewundern. Handwerker aus Nah und Fern waren mit Sack und Pack angereist, um ihre Künste zu zeigen.

Darunter auch Bezirksrätin Barbara Titzsch, die ihr Hobby in vollen Zügen genoss. Sie habe sich schon sehr darauf gefreut, den ganzen Tag an der Spindel zu sitzen, plaudert sie. Ihr Arbeitsgerät hatte sie gleich in doppelter Ausführung im Gepäck, um neugierigen Passanten ihre Passion durch Mitarbeit näher zu bringen.


Politiker in Schandeisen

Nicht gar so erfreut war ein anderer Politiker von seinem Besuch auf dem Zeidlermarkt. Traditionell wird auf dem Fest ein Vertreter der Lokalprominenz ein wenig gepiesackt. Diesmal hat es den Europa-Abgeordneten Martin Kastler erwischt. "Da kommt man einmal auf diesen schönen Markt und schon wird man verhaftet", ruft er lachend als er in hölzernen Schandeisen abgeführt wird. "Immer auf die armen Schwabacher."

Kastlers Vergehen: "Dem kaiserlichen Volke habe er das Lebenselixier streitig gemacht." Und gerade dieses werde doch für des Volkes liebstes Getränk, das Bier, so bitter benötigt. Mit diesem augenzwinkernden Hinweis auf die Debatte über Trinkwasserliberalisierung innerhalb der EU, blieben die "Hängt ihn!"-Rufe dennoch ungehört. Als Strafe musste Kastler Wasser ins Lager der Wallensteiner bringen - in Schandeisen. Eigentlich hätte diese Aufgabe die anwesende Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler übernehmen sollen. Hinter vorgehaltener Hand munkelte man, sie habe sich geziert und lieber Abstand von dem öffentlichen Schabernack genommen. Der (Schaden-)Freude beim Mittelalterspektakel tat das allerdings keinen Abbruch. Kastler genehmigte sich nach getaner Arbeit erstmal ein Stück Kuchen und ein stärkendes Bier.

Auch die Ausstellung in der Reichswaldhalle sowie die Filmvorführungen waren trotz des sonnigen Wetters gut besucht. Zum Abschluss des Festes zeigten die Soldaten noch einmal in einem großen Schaukampf ihr Können und ernteten tosenden Applaus bei den Zuschauern. Veranstalter Alexander Hommel vom Arbeitskreis Feuchter Gewerbe zieht nach einem langen Tag eine durchweg positive Bilanz.

Text: Der Bote

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